Startseite Kongressberichte & Archiv 52th Congress of the International Society of Paediatric Oncology (SIOP) Building Bridges to ensure best possible outcomes for children and adults with ALL

Building Bridges to ensure best possible outcomes for children and adults with ALL

Webcast am Textende verfügbar

(english text below)

Dan Douer, New York sprach einführend zum von Servier unterstützten Symposium über die Akute Lymphoblastische Leukämie (ALL). Die ALL ist nicht nur eine pädiatrische Erkrankung. Bei Erwachsenen handelt es sich um eine sehr seltene Erkrankung. Trotzdem entfallen knapp die Hälfte aller ALL auf Erwachsene. Gut 55% der Fälle betreffen Kinder und Jugendliche unter 20 Jahren. Bei Kindern handelt es sich um die häufigste Krebserkrankung. Douer bemängelt, dass meist immer noch eine Zweiteilung der Behandlung für Kinder und Erwachsene stattfindet und dass auch die Behandlungsteams gesondert handeln (vgl. Tabelle 1). Historisch hatten sich die Behandlungen völlig unabhängig voneinander entwickelt. Es gibt Unterschiede in der Berücksichtigung der Behandlungssicherheit (vgl. Tab. 2). Erstaunlicherweise gibt es auch einen grossen Unterschied in der Behandlungsprognose. Sie ist für Kinder unter 16 Jahren bedeutend besser als bei Erwachsenen über 21 Jahren. In einem Graubereich zwischen 16 und 21 Jahren fällt die Prognose plötzlich ab.Ganz generell sind die Behandler bei Kindern mit ALL weitaus erfahrener und neigen weniger zu unnötigen Behandlungsunterbrüchen.

Grosse biologische und andere Unterschiede

Douer weist auf die grossen biologischen Unterschiede beziehungsweise zytogenetischen Unterschiede zwischen Kinder- und Erwachsenen-ALL hin. So finden sich bei Erwachsenen in 25% der Fälle BCR-ABL (9:22), bei Kindern hingegen nur in 4%. Umgekehrt gibt es bei Kindern Fälle mit TEL-AML1 in 22% und bei Erwachsenen nur in 2% der Erkrankungen. 

Tabelle 1. Wichtige Unterschiede bei der Entwicklung von Therapien

Kinder

Erwachsene

Multiple randomisierte Studien

Selten randomisierte Studien

Behandlung meist in grossen Zentren

Behandlung selten in grossen Zentren

Mehr etablierte generelle Therapieprinzipien:

- Weniger Myelosuppression

- Mehr Pegasparaginase

Generelle Therapieprinzipien:

- Unklar und nicht uniform

- Allo BMT für alle Patienten in CR1 - kontrovers

Allo BMT für alle Patienten in CR1 nur bei sehr hohem Risiko

 

Es hat sich gemäss Douer auch gezeigt, dass bei Kindern eine bessere Behandlungscompliance vorherrscht als bei Erwachsenen.

Tabelle 2. Unterschiede in der Berücksichtigung der Behandlungssicherheit

Kinder

Erwachsene

Wachstum und Entwicklung

Grosser Altersbereich

-≤39 (AYA)

40+

>55-56

Unterschiedliche Toxizitäten

Behandlung toxischer als bei Kindern, mit dem Alter zunehmend, z.B. Pegasparaginase

Behandlungsabbrüche eher vorkommend

Unterschiedlich in der Körpergrösse

Ko-Morbiditäten nehmen mit der Zeit zu

 

Unterschiede bei der Asparaginase-Verträglichkeit

Das vorliegende Symposium hat es sich in den folgenden Vorträgen vorgenommen, die Unterschiede zwischen Kindern- und Erwachsenen-ALL herauszuschälen (Biologie: Stephen P. Hunger, Philadelphia, USA; Behandlungstoxizität: Kjeld Schmiegelow, Kopenhagen). Schmiegelow sprach speziell zur Truncation von Asparaginase und über die Sensitivitätsreaktion gegenüber Asparaginase. Schliesslich berührte er auch die Asparaginase assoziierte Pankreatitis, die mit der richtigen Wahl des Behandlungsintervalls vermindert werden kann. Mit der prophylaktischen Wahl von AT oder LMWH können bei Kindern Thromboembolien reduziert werden. Grundsätzlich tolerieren Erwachsene eine ASP-basierte ALL-Therapie gleich gut wie Adoleszente, allerdings fahren AYA schlechter als Kinder von 1-9 Jahren. Asparaginase-Truncation erhöht das Rückfallrisiko. Mit einem therapeutischen Drug-Monitoring kann eine stille Inaktivierung ermittelt werden und es erlaubt auch eine Hypersensitivität von einer Intoleranz zu unterscheiden. Eine Asparaginase Reexposition muss das Risiko von Rückfall und Toxizität abwägen.

Erste Erfolge bei der Immuntherapie

Dan Douer ging auf die Behandlung der ALL bei Erwachsenen ein und Carmelo Rizzari, Monza, behandelte die Therapie der ALL bei Kindern. Ein weiterer wichtiger Punkt der Vorträge betrifft die Feststellung der Herausforderungen und Gelegenheiten, wie die Lücke zwischen Kindern und Erwachsenen am besten überbrückt werden kann, um einen bestmöglichen Ausgang für alle Patienten zu ermöglichen. Schliesslich wurden auch neue Therapien sowie die Behandlungserfahrungen von verschiedenen Zentren vorgestellt. Bei den neuen Therapien wurde auf die erste Erfolge vorweisende Immuntherapie mit Blinatumomab +/- Chemotherapie (CT) sowie auf Inotuzumab +/- CT und auf CAR-T Zell Therapien eingegangen. Für Andrea Biondi, Mailand, stellt die Immuntherapie eine neue Gelegenheit zur Behandlung von ALL bei Kindern und AYA dar. Die Therapie insbesondere mit CAR-T Zellen stecken in den Anfängen. Es werden Biomarker benötigt, die die in vivo Aktivität messen und Responder identifizieren können. Wann und wie die CAR-T Zell Therapie Front-line eingesetzt werden kann ist noch unklar und es braucht hierzu kontrollierte Studien.

Servier SIOP Symposium: “Building Bridges to ensure best possible outcomes for children and adults with ALL”
https://resonancehealth.org/networks/media/58


Servier Satellite Hubs Chair’s choice LIVE DISCUSSION
https://resonancehealth.org/networks/media/60

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Building Bridges to ensure best possible outcomes for children and adults with ALL

Dan Douer, New York, introduced the Servier-sponsored symposium on acute lymphoblastic leukemia (ALL). ALL is not just a pediatric disease. It is a very rare condition in adults. Nevertheless, almost half of all ALL are adults. A good 55% of the cases affect children and adolescents under 20 years of age. It is the most common form of cancer in children. Douer complains that there is usually still a dichotomy in treatment for children and adults and that the treatment teams also act separately (see Table 1). Historically, the treatments had developed completely independently of one another. There are differences in the consideration of treatment safety (cf. Tab. 2). Amazingly, there is also a big difference in treatment prognosis. It is significantly better for children under 16 than for adults over 21. In a gray area between 16 and 21 years of age, the prognosis suddenly drops. Generally speaking, the practitioners of children with ALL are far more experienced and less prone to unnecessary interruptions in treatment.

Big biological and other differences

Douer points out the large biological differences or cytogenetic differences between child and adult ALL. In adults, BCR-ABL (9:22) is found in 25% of cases, whereas in children it is only 4%. Conversely, in children there are cases with TEL-AML1 in 22% and in adults only in 2% of the diseases.

Table 1. Key differences in the development of therapies

children

adult

Multiple randomized trials

Randomized studies rarely

Treatment mostly in large centers

Treatment rarely in large centers

More established general therapy principles:
- Less myelosuppression
- More pegasparaginase

General therapy principles:
- Unclear and not uniform
- Allo BMT for all patients in CR1 - controversial

Allo BMT for all patients in CR1 only at very high risk

 

According to Douer, it has also been shown that there is better treatment compliance in children than in adults.

Table 2. Differences in the consideration of treatment safety

children

adult

Growth and development

Large age range
-≤39 (AYA)
40+
> 55-56

Different toxicities

Treatment more toxic than in children, increasing with age, e.g. Pegasparaginase

Treatment discontinuations more likely

Different in body size

Co-morbidities increase over time

 

Differences in asparaginase tolerance

In the following lectures, the present symposium has set out to uncover the differences between child and adult ALL (biology: Stephen P. Hunger, Philadelphia, USA; treatment toxicity: Kjeld Schmiegelow, Copenhagen). Schmiegelow spoke specifically about the truncation of asparaginase and the sensitivity reaction to asparaginase. Finally, he touched on asparaginase-associated pancreatitis, which can be reduced with the right choice of treatment interval. With the prophylactic choice of AT or LMWH, thromboembolism can be reduced in children. In principle, adults tolerate ASP-based ALL therapy as well as adolescents, but AYA is worse than children aged 1-9 years. Asparaginase truncation increases the risk of relapse. With therapeutic drug monitoring, silent inactivation can be determined and it also allows a distinction to be made between hypersensitivity and intolerance. Re-exposure to asparaginase must weigh the risk of relapse and toxicity.

First successes in immunotherapy

Dan Douer discussed the treatment of ALL in adults and Carmelo Rizzari, Monza, treated the treatment of ALL in children. Another important point of the presentations concerns the identification of the challenges and opportunities of how best to bridge the gap between children and adults in order to enable the best possible outcome for all patients. Finally, new therapies and treatment experiences from various centers were presented. In the new therapies, the first successful immunotherapy with blinatumomab +/- chemotherapy (CT) as well as inotuzumab +/- CT and CAR-T cell therapies were discussed. For Andrea Biondi, Milan, immunotherapy represents a new opportunity for the treatment of ALL in children and AYA. Therapy, especially with CAR-T cells, is in its infancy. Biomarkers are needed that can measure in vivo activity and identify responders. When and how the CAR-T cell therapy front-line can be used is still unclear and controlled studies are required.

Servier SIOP Symposium: “Building Bridges to ensure best possible outcomes for children and adults with ALL”
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